”Entschuldigen Sie, mein Herr” wandte ich mich höflich an ihn, ”haben Sie mit mir gesprochen? Ich war in meine Zeitung vertieft und erinnere ich mich jetzt gemurmelter Worte.”
Ich biß mir verärgert auf die Lippen, denn dümmer hätte ich wohl meine ersten Worte nicht gestalten können. Aber er schien meinen Ärger nicht zu bemerken. Aus großen schwarzen Augen starrte er mich an und ich vermeinte, eine tiefe Müdigkeit in ihnen liegen zu sehen. Er schwieg einen Moment, dann formten sich seine Lippen zu einem zaghaften Lächeln und mit ruhiger Stimme sprach er: ”Nein, mein Herr, es liegt an mir, mich zu entschuldigen. Ich war in Gedanken versunken und pflege dann zumeist zu mir selbst zu sprechen. Es ist eine Unart, die ich aber leider nicht ablegen kann.”
”Ach, da gibt es unangenehmer Unarten” winkte ich lächelnd ab und suchte im Geiste hastig nach einem neuen Gesprächsfaden.
”Sind Sie zum ersten Mal in diesem Café? Ich habe Sie hier noch nie gesehen?”
Der Blick des Mannes wurde wieder ernst. ”Ich wohne in I. ” antwortete er, ”aber ich verlasse nur selten mein Haus.”
Er senkte seinen Kopf und warf verschüchterte Blicke in den dunklen Tee. Ich spürte, das er einem Gespräch nicht abgeneigt war, erkannte jedoch auch eine Bedrücktheit, die es ihm schwerfallen ließ, eine Frage zu stellen und deretwegen er sich ein wenig schämte.
”Ein herrliches Wetter haben wir diesen Sommer, nicht wahr?” setzte ich das Gespräch fort.
Er hob seinen Kopf und sah aus dem Fenster. ”Sommer, achja, wir haben Sommer” erwiderte er zerstreut. ”Ja, schöne Tage” fügte er nach einer kurzen Pause noch hastig hinzu, aber einsilbig und leer drangen die Worte aus seinem Mund.
”Es sind schöne Tage, wie man sie lange nicht mehr gesehen hat. Arbeiten Sie hier in I.?”
”Nein. Ich bin zur Zeit ohne Arbeit.”
Ich stieß ein verdutztes ”Oh” hervor und fürchtete, eine Wunde berührt zu haben, jedoch verriet er mit keiner Miene Ärger oder Traurigkeit.
”Ich arbeite in dem kleinen Verlag an der Ecke der Straße. Vor drei Wochen bin ich von Wien gekommen und werde wohl den ganzen Sommer hier tätig sein. Dann gehts wieder zurück nach Wien.”
”Ah, der kleine Verlag” stieß er hervor”, ja, ich kenne ihn.”

Er war wieder seltsam unruhig geworden und hatten seine Finger auf das Spiel mit dem Bierdeckel für einen Moment vergessen, so ergaben sie sich jetzt nur noch heftiger darin. Nervös sah er sich immer wieder nach allen Seiten um. Den Eindruck eines Gehetzten machte er, eines Flüchtenden, der für einen Moment in heiterer Geselligkeit unterschlüpfen wollte, um doch zu erkennen, daß auch diese keinen Schutz bieten konnte. Nun schien er meine Anwesenheit, mein ihm entgegengebrachtes Interesse als störend zu empfinden und trotzig wandte er seinen Kopf nach allen Richtungen, nur nicht mehr in meine. Wie ein Schulkind begann er auf seinem Sessel zu schaukeln und ich bemerkte ein leichtes Frösteln, das ihn durchfuhr. Seine magere Gestalt wogte disharmonisch zu den dumpfen Lauten des Cafés und sein Geist schien von sturmerfüllten Gedanken an einen fernen Platz geweht. Mehrmals räusperte ich mich, doch war es mir unmöglich, ihn seinem tiefen Sinnen zu entreißen. Erst ein Gast, der daß Lokal verließ und ihn im Vorbeigehen unabsichtlich streifte, ließ ihn erschreckt hochfahren und verwundert um sich blicken. Als er meiner gewahr wurde, senkte er seinen Kopf und beinahe flüsternd sprach er: ”Entschuldigen Sie, ich bin wohl in Gedanken versunken gewesen und habe auf Sie vergessen.”
”Tagträume” lächelte ich ihn an und versuchte, ihm einen Teil seiner Befangenheit zu nehmen.
”Tagträume, wie auch ich in mancher Minute solch einem nachhänge.”
”Ja” lächelte er mich unsicher an, fügte dem aber nichts hinzu.
”Und Sie leben mit Ihrer Familie hier in I.?” zerriß ich die Stille, die nun merkwürdig schwer auf dem Tisch lastete. Da wurde sein Blick plötzlich ernst und schwankend erhob er sich. ”Meine Familie” murmelte er und eine kränkliche Blässe durchzog sein helles Gesicht. Er stützte sich mit der rechten Hand auf den Tisch, mit der linken griff er an seine Stirn und mir war, als wäre in seine matten Augen mit einem Schlag Leben gefahren und würden mir kleine Tränen entgegenglänzen. Erschrocken sah ich zu ihm und wollte etwas sagen, da trat er auch schon auf den Gang, nahm seinen Mantel und verließ hastig das Café. Ich sah ihm durch das Fenster schweigend nach. Eilig lief er die Straße entlang und tauchte dann ohne sich umzublicken in eine kleine Seitengasse ein. Ich verfluchte mich und es war mir auch unangenehm, daß ich in einer Wunde gerührt hatte, in das berühmte Fettnäpfchen gestiegen war, wenn auch ungewollt und unwissentlich. Es muß ein Trauerfall in der Familie vorgefallen sein, dachte ich mir, ein Trauerfall, der nicht lange zurückliegt. Dies erklärt auch sein unruhiges, nervöses Verhalten. Fräulein Barbara kam an meinen Tisch und erboste sich: ”Das haben wir schon gern. Tee trinken und dann nicht bezahlen. Ich habe gar nicht bemerkt, daß er das Café verlassen hat. Aber ich kenne ihn. Der läuft mir nicht noch einmal davon.”
”Nein, Fräulein Barbara” besänftigte ich sie, ”ich habe den Herrn eingeladen.”
”Ach, wenn das so ist ...” erwiderte sie beruhigt.
”Was wissen Sie von dem Herrn” fragte ich und blickte erwartungsvoll zu ihr hoch.
”Nicht viel” antwortete sie und sah aus dem Fenster, ”er wohnt am Ende der Hauptstraße Richtung Z. in einem kleinen, schäbigen Haus mit seiner Frau und seiner Tochter. Sie sind letztes Jahr hierher gezogen, im Frühling, ja, im Frühling muß es gewesen sein. Das Haus stand lange Zeit leer, niemand wollte es. Aber auf alten Photos habe ich gesehen, daß es einst ein traumhaft schönes Haus war. Jedoch, nachdem die Besitzer vor Jahren von hier fortgezogen sind, verfiel es zusehends. Oft habe ich mir gewunschen, darin zu wohnen. Sie bezogen das Haus und manchmal habe ich ihn oder seine Frau im Garten gesehen. Eine seltsame Familie, denn meinen Gruß haben sie stets schüchtern erwidert und kein Gespräch konnte ich mit ihnen beginnen. Die Tochter selbst habe ich nur ein einziges Mal gesehen. Ein nettes Mädchen, aber ebenso stumm und ernst wie seine Eltern. Und dann, es muß letzten Sommer oder Herbst gewesen sein, verschwand er plötzlich und kam erst vor kurzem wieder in die Stadt. Mehr weiß ich nicht über sie und auch niemand anderer, der zu mir ins Café kommt. Er war heute überhaupt zum ersten Mal hier. Mehr weiß ich leider nicht.”
Ich bezahlte die Rechnung und verließ das Café. Goldglänzend ergoß sich die Sonne über die Stadt und ich wanderte auf einer hellen Straße eine rotgestrichene Häuserzeile entlang, deren Fenster sonnenfunkelnd die Lider für einen Moment schwer werden ließen und so vor dem Gleißen schützte. Doch zu vertieft schwelgte ich in Gedanken, als das auch nur ein warmer Strahl an mir rühren konnte. Den ganzen Nachmittag und auch am Abend mußte ich an den Mann denken, an sein Verhalten und sein Schicksal. Er erschien mir in dieser Stadt, die ich schon nach einigen Tagen kennengelernt hatte, als etwas Neues, etwas Interessantes, wie eine Schatztruhe, die es zu bergen galt. Und wilde Vermutungen über den Inhalt tropften still von meinen Lippen.
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Einige Tage waren seit jener Begegnung vergangen. Ich war mittlerweile mehr als vier Wochen in I. und dank meiner ausgedehnten Abendspaziergänge war mir jeder Winkel der Stadt vertraut. Auch die Aufgeregtheit in der Arbeit war vollends verschwunden und manchmal meinte ich, hier aufgewachsen zu sein und es wäre Wien gewesen, das mich vor langer Zeit für einen kurzen Aufenthalt dieser Stadt entrissen hatte. Auch auf den Mann hatte ich vergessen. Jedoch muß ich hier gestehen, daß ich am Abend jener Begegnung die Hauptstraße bis zum Haus des Mannes entlanggewandert bin. Ich fand mich vor einem einstöckigen Haus mit einem kleinen Vorgarten wieder. Gleich dahinter begann der Wald, der dicht und dunkel den sich hoch auftürmenden Berg anstieg und in fernen Höhen verlor. Der Garten war ungepflegt und verwildert und hatte etwas Unnahbares, Kaltes an sich. Das Haus selbst schien ebenfalls verkommen. An manchen Stellen war der gelbe Putz abgeblättert und an der Gartentür hing ein Schild, nur noch von einem Nagel gehalten und vom Wind sanft geschaukelt. Ich las die Aufschrift, um den Namen zu erfahren, doch zu meiner Enttäuschung stand auf diesem nur die humorig gehaltene Bitte, den Postkasten nicht mit Werbematerial zu füttern. Die Abenddämmerung kroch langsam über die Stadt, als ich still dastand und das Haus betrachtete. Es brannte kein Licht und ich vermutete, daß niemand anwesend sei. Ich mochte etwa zehn Minuten dagestanden haben, mit in den Taschen meines Mantels vergrabenen Händen und wollte mich gerade zum Gehen wenden, da bemerkte ich, wie im ersten Stock Licht anging. Neugierig sah ich nach oben und wartete eine Weile. Ein dunkler Vorhang war vorgezogen, durch den matt das Licht an die Dunkelheit drang. Minuten verrannen, ohne das sich etwas tat. Ein wenig enttäuscht trat ich auf die Straße und wollte mich heimwärts begeben, da öffnete sich plötzlich die Tür und ein kleines barfüßiges Mädchen, kaum älter als fünf Jahre, trat zögernd aus dem Haus. Mit ihren Händen hielt sie einen großen Papierkorb umklammert und vorsichtig nach beiden Seiten blickend stieg sie langsam die weißen Steintreppen hinab. Als sie von der letzten Stufe in den Kies sprang, sah sie auf und erblickte mich. Sie verharrte einen Moment und warf mir aus großen, blauen Augen ein verschüchtertes Lächeln zu. Gleich einem Engel zierten ihr Haupt goldgelbe Locken, saßen frech Sommersprossen auf ihrer kleinen Nase und waren die Wangen von einem hellen Rot durchzogen, daß dieses kleine, rundliche Kindergesicht in eine Madonnenhaftigkeit tauchte, die mich tief berührte. Zerbrechlich wie ein Staubgebilde wirkte sie in ihrem roten Kleidchen, daß bis zu den Knien reichte und hinter dem die Enden einer großen, weißen Masche hervorstanden. Unschlüssig über den nächsten Schritt stand sie da und sah zu mir. Ihr Lächeln verschwand und eine Ernsthaftigkeit legte sich über ihr Gesicht, eine Ernsthaftigkeit, über die ich sehr erschrak und wie ich sie nie zuvor und auch niemals danach an einem Kind gesehen habe. Für einen kurzen Moment wandte sie ihren Blick von mir ab und sah sorgenvoll zu dem großen schwarzen Mülleimer, der am Tor stand. Doch gleich darauf spiegelte sich meine Gestalt in ihren Augen wieder. Ich spürte ihre Angst und um sie zu beruhigen sprach ich mit freundlicher Stimme: ”Hallo”.
Sie neigte ihren kleinen Kopf zur Seite und erwiderte leise: ”Hallo”, tat aber keinen Schritt in meine Richtung.
”Wie heißt du denn” fragte ich.
”Anna” erwiderte sie und plötzlich huschte ein entsetzter Ausdruck über ihr Gesicht, als hätte sie ein Geheimnis preisgegeben, daß zu hüten ihr aufgetragen worden war. Weit stieß sie den Korb von sich und rannte hastig die Treppen hinauf. Verwundert sah ich ihr nach, wie sie in das Haus schlüpfte und die Tür eilig hinter sich zuwarf. Ein leichtes Schuldgefühl stieg in mir auf, dieses kleine Mädchen erschreckt zu haben und schnell trugen mich meine Füße fort von diesem Haus. Nach einiger Zeit wurden meine Schritte wieder ruhiger und an das kleine Mädchen denkend spazierte ich gemächlich meinem Heim entgegen. Kam mir das Mädchen diesen Abend kaum mehr aus dem Sinn, so dachte ich in den nächsten Tagen immer seltener an diese Begebenheit und irgendwann vergaß ich über die Alltäglichkeiten des Lebens, denen ich mich widmen mußte, völlig auf diesen Mann und auf Anna.

Wieder saß ich eines Mittags in dem Café und trank wie gewohnt meinen Kaffee nach einer üppigen Mahlzeit. Vor mir auf dem Tisch lag ausgebreitet eine Tageszeitung und interessiert las ich einen Artikel über ”Den grünen See”, eine, wie mir erschien, Phantasterei eines jungen Wissenschaftlers. Das Café war wie zumeist um diese Zeit bis auf den letzten Platz gefüllt und von allen Seiten her strömte Lachen und lautes Geplauder. Ich mochte die Lebendigkeit dieses Ortes, entriß sie mich doch für kurze Zeit meinem stillen Zimmer, in dem ich allein saß, verschüttet von Rechnungen und Bilanzen. Als ich mir in der Zeitung das Bild des Wissenschaftlers ansah und versuchte, in seinem Gesicht den Eifer und Mut zu lesen, den er für seine Idee aufbrachte, drangen plötzlich leise Worte an mich.
”Entschuldigen Sie, mein Herr, ist an Ihrem Tisch noch Platz.”
Ich sah von meiner Zeitung auf und blickte in das Gesicht jenes Herren, auf den ich in den letzten Tagen vergessen hatte. Wie ein Blitz flammte die Erinnerung an ihn wieder auf. Lächelnd deutete ich zu einem Sessel und sprach mit freundlicher Stimme: ”Bitte sehr.”
Er bedankte sich, legte seinen Mantel ab und nahm dann Platz. Fräulein Barbara erschien und wie beim letzten Mal bestellte er schwarzen Tee. Seinen Bewegungen waren ruhig und aufmerksam betrachtete er mich.
”Ich hatte gehofft, Sie hier anzutreffen. Ich möchte mich für meinen Abgang vor einigen Tagen bei Ihnen entschuldigen und auch die Rechnung muß ich hier noch begleichen.”
”Das habe ich für Sie erledigt” erwiderte ich.
”Ich wußte es” sprach er lächelnd, ”und als Dank seien Sie heute mein Gast.”
Abwehrend hob ich die Hand, aber er bestand darauf und so ergab ich mich alsbald seiner Bitte. Doch durch diese Einladung entstieg tief aus mir ein Schuldgefühl und mit ernster Stimme entschuldigte ich mich meiner Worte, die ihn vertrieben hatten.
”In Ihrer Trauer über einen Todesfall in der Familie habe ich Sie wohl tief berührt” sprach ich, nicht aus mangelndem Takt, sondern weil ich etwas erfahren wollte. Eine gemeine Berechnung lag dem zugrunde, eine Verwegenheit, die mich verwunderte und für die ich mich ein wenig vor mir selbst schämte. Aber wollte ich mehr von ihm erfahren, so war dies der Weg, zumindest vermeinte ich dies.
”Todesfall?”
Verwundert sah er mich an.
”Es gab keinen Todesfall in meiner Familie.”
”Ach so” antwortete ich überrascht, ”ich dachte ... nun ... Sie wirkten ein wenig”, ich räusperte mich und fuhr dann von aufmerksamen Augen verfolgt fort, ”nun ... Sie wirkten ein wenig verwirrt ... beinahe aufgelöst ... und so dachte ich ...”
”An einen Todesfall in meiner Familie” beendete er mit ernster Miene den Satz.
”Ja” stieß ich hervor, ”das kam mir in den Sinn.”
Und plötzlich dachte ich an Anna und wollte ihn fragen, ob sie seine Tochter sei. Doch irgendetwas hielt mich davor zurück und so verschwieg ich diese Begegnung. Fräulein Barbara brachte den Tee und verschwand lächelnd wieder hinter der Theke. Der Mann sah ihr schweigend nach, dann zog er gedankenverloren den Teebeutel im Kreise. Ich nutzte das Schweigen und faltete sorgfältig die Zeitung zusammen. Ein Gast erschien und bat darum. Ich reichte sie ihm und sah dann wieder zu dem Herrn. Immer noch hing er seinen Gedanken nach und mir war, als wäre er wieder von jener Unruhe erfaßt, die ihn das letzte Mal gefangen hatte. Unablässig drehten seine Finger das Häferl und wieder verlor sich sein Blick im dunklen Tee. Ohne aufzublicken wandte er sich plötzlich an mich: ”Darf ich Sie etwas fragen?”
”Nur zu” antwortete ich gespannt.
”Hält Sie irgendetwas gefangen? Etwas, das Sie an sich verabscheuen, etwas, vor dem Ihnen ekelt und das Sie doch nicht abschütteln können?”
Verwundert sah ich ihn an.
”Was meinen Sie” fragte ich.
”Eine ... hmm ... eine Eigenschaft, ein Charakterzug, irgendetwas, das Ihnen mißfällt, von dem Sie sich wüschen, es nicht zu besitzen. Neid, notorische Lüge, Gier, Nägelbeißen, Schnarchen oder Rauchen, was auch immer.”
Bei seinen letzten Worten mußte ich lächeln. Er sah auf und maß mich mit ernstem Blick.
”Meine Frage war keineswegs scherzhaft gedacht. Wissen Sie, daß Sie der erste Mensch seit langer Zeit sind, zu dem ich spreche? An den ich mich wenden kann, weiß Gott, warum. Ich kenne den Grund nicht. Höchstwahrscheinlich ist es jener, daß Sie mir unbekannt sind, nicht von hier stammen und auch bald wieder diese Stadt verlassen.”
Verzweiflung schwang in seinen Worten mit und verlegen senkte ich meinen Kopf.

(C) 2005 Oliver Forrest - Alle Rechte vorbehalten.

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