Das abgebrochene Geschenk
und die tragischen Folgen - Kapitel 3

Vor etwa einem Monat beschloß Herr Planberger, von nun an keine Ausgabe des "Naturfreund" zu verschenken. Dieser Entschluß entsprang jedoch keiner spontanen Laune heraus, sondern war in einer stetig wachsenden Verärgerung gereift. Denn immer öfter traten Menschen mit der Bitte auf ihn zu, ebenfalls ein kostenloses Exemplar der Zeitschrift zu erhalten. Die Menschen taten dies zumeist mit dem Nachsatz "Ein Exemplar mehr oder weniger, was macht das denn schon viel aus?". Waren dies zuerst Bewohner der Nachbarhäuser, so riefen bald schon Freunde und Bekannte der Beschenkten an, wählten bedenkenlos irgendeine Durchwahl des Verlages und störten so die Arbeit aller Abteilungen nicht unbeträchtlich. Manch einer von ihnen wählte sogar die Nummer des Geschäftsführers und gab ihm, noch ehe dieser widersprechen konnte, Namen und Anschrift bekannt. Und immer fordernder wurden die Töne, die aus ihren Mündern erschallten, ließen den höflichen Bitton zusehends versinken.

Die Erklärungen der Verlagsangestellten, dass diese Geste nur für die Bewohner des Hauses gelte, wurde von den meisten ignoriert, überhört, einfach nicht akzeptiert. Und so riefen sie nach einigen Tagen wieder an und manch einer erboste sich, letzte Woche kein Exemplar vor seiner Haustür vorgefunden zu haben. Die Stimmung im Verlag wurde immer gereizter, die Angestellten hoben immer seltener den Hörer des Telefons ab und auch untereinander nahmen die Streitigkeiten bedenklich zu. Herr Planberger schien nach Jahren der Heiterkeit und des Lachens sein mürrisches Wesen entdeckt zu haben und immer öfter führte es ihn durch den Verlag. Doch wollte er noch Wochen und Monate nicht auf diese Geste verzichten; war es ihm Kampf, ein Ausloten seiner Grenzen. Bis ihm eines Tages keine andere Wahl mehr blieb. Auslöser für diese Entscheidung war der Anruf einer Hausfrau, die sich als gute Freundin einer im Verlagshaus wohnenden Familie ausgab. In herrischem Ton verlangte sie für sich und ihre drei im Ausland lebenden Schwestern ein allwöchentliches Exemplar. Dreimal hätte sie diesen Wunsch schon ausgesprochen und hatte der Verlag unverschämterweise ebenso oft nicht reagiert - nun sei ihre Geduld am Ende. Es könne doch nicht angehen, dass man in der Privatwirtschaft so faul und ohne Sorgfalt arbeite. Und wenn man dieses Mal ihrem Wunsch nicht entsprechen werde, könne sich der Verlag gewiss sein, eine Leserin verloren zu haben. Voller Unglauben lauschte Herr Planberger ihren Worten und versuchte im ersten Moment unter größter Kraftanstrengung logisches Verständnis für den Inhalt dieser Drohung aufzubringen. Doch mochte ihm dies nicht so recht gelingen.

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Vielmehr begannen sich seine Gesichtszüge zu verfinstern und kopfschüttelnd stieß er die Worte jener Dame von sich, knallte wütend den Hörer auf das Telefon und ließ durch seine Sekretärin verkünden, von jetzt an kein einziges Exemplar mehr zu verschenken. Und so soll es bleiben "bis ans Ende meiner Tage". Als die Angestellten von diesem Entschluß erfuhren, ging merklich ein erleichtertes Aufseufzen durch die Verlagsräume und stieg die Arbeitsqualität Leistung und Leben betreffend wieder in harmonische Höhen. Groß war die Überraschung der Hausbewohner, als sie am Donnerstag-Nachmittag erstmals seit fast zwei Jahren keinen "Naturfreund" an ihren Türen fanden. Unzählige Male ging ein verwundertes "Oh" oder "Ah" durch das Haus; wie einem eben ungläubigen Geistes ein Laut entfährt, wenn man vor seiner Tür einen sechsbeinigen Elefanten vorfindet. Doch allmählich erlangten die Bewohner ihre Fassung wieder und wandten sich mißtrauisch an den Nachbarn. Und nun wurde damit begonnen, Zweifel zu erörtern und zerschlagen.
"Sie haben auch keine Ausgabe erhalten? Seltsam. Die werden doch nicht etwa auf uns vergessen haben?"
"Nein, sicher nicht. Die haben doch noch nie darauf vergessen."
"Vielleicht ist diese Woche der "Naturfreund" nicht erschienen?"
"Ich habe beobachtet, wie der Bote die Exemplare vor etwa einer Stunde ins Haus geliefert hat."
"Vielleicht teilen sie die Zeitschriften heute etwas später aus."
"Das war doch bisher noch nie der Fall."

(C) 2005 Oliver Forrest - Alle Rechte vorbehalten.

 
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